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02.10.2026 | Mareike Weberink

FHIR®-native CDR

Die Zukunft des Krankenhauses liegt in Datenarchitekturen

„Wer über die digitale Zukunft von Krankenhäusern spricht, muss zuerst über die Datenbasis sprechen.“

Lucas Franzin, Produktmanagement Health Data DMI

Krankenhäuser und Kliniken investieren in ihre Zukunft und das ist auch gut so. Geld fließt in KI, Analytik, klinische Entscheidungsunterstützung und Forschungsplattformen. Wenn diese Bestrebungen jedoch scheitern, dann liegt das selten an den Anwendungen selbst. Es offenbart sich vielmehr eine deutlich grundsätzlichere Herausforderung: die Daten. Für Lucas Franzin, Produktmanagement Health Data DMI, ist deshalb klar: „Wer über die digitale Zukunft von Krankenhäusern spricht, muss zuerst über die Datenbasis sprechen.“
Gesundheitsinformationen liegen häufig verteilt in Krankenhausinformationssystemen, Laboren, Archiven und zahlreichen Subsystemen. Die Folge sind komplexe Schnittstellenstrukturen, aufwendige Datenaufbereitung und eine hohe Abhängigkeit von einzelnen Herstellern. Für Lucas Franzin, Produktmanagement Health Data DMI, ist deshalb klar: „Wer über die digitale Zukunft von Krankenhäusern spricht, muss zuerst über die Datenbasis sprechen und konsequent in die Datenbasis investieren.“ Ein ganz praktisches Beispiel ist das FHIR®-native Clinical Data Repository, kurz FHIR®-native CDR.

Das FHIR®-native CDR als „Single Source of Truth“

Viele Digitalisierungsprojekte beginnen mit der Frage, welche neue Anwendung eingeführt werden soll. Ein FHIR®-natives Clinical Data Repository dreht diese Perspektive um. Statt jede Anwendung separat an Krankenhausinformationssysteme, Labor-, RIS- oder Archivsysteme anzubinden, werden Daten einmalig konsolidiert, standardisiert und semantisch beschrieben. Das CDR wird zur zentralen Dateninstanz der Einrichtung, zur „Single Source of Truth“, wie Franzin es beschreibt.

Der eigentliche Wert entsteht dadurch, dass Daten nicht länger an einzelne Systeme gebunden bleiben. Anwendungen greifen auf eine gemeinsame Datenbasis zu, unabhängig davon, in welchem Quellsystem die Informationen ursprünglich entstanden sind. „Wir haben eine Standardisierung am Eingang, im CDR ein einmaliges Mapping und alle Anwendungen darauf profitieren davon“, erklärt Franzin. Damit verschiebt sich der Fokus von der Integration einzelner Anwendungen hin zur langfristigen Beherrschbarkeit der gesamten Krankenhausarchitektur. Für Krankenhäuser entsteht dadurch ein Vorteil, der häufig unterschätzt wird: Unabhängigkeit.

Datensouveränität statt Herstellerabhängigkeit

Werden klinische Kernsysteme ausgetauscht, stehen viele Häuser regelmäßig vor aufwendigen Migrationsprojekten. Historische Daten müssen übertragen, Schnittstellen neu aufgebaut und Informationen frisch harmonisiert werden. Ein FHIR®-natives CDR verändert diese Ausgangslage grundlegend. Die Daten werden in einer standardisierten Struktur vorgehalten und bleiben auch bei Systemwechseln verfügbar. „Alle historischen Aufzeichnungen verbleiben natürlich im CDR“, erläutert Franzin. Datensouveränität bedeutet damit nicht nur Kontrolle über den Zugriff auf Daten. Sie bedeutet auch Kontrolle über zukünftige Architekturentscheidungen. Krankenhäuser gewinnen Handlungsspielräume und reduzieren ihre Abhängigkeit von einzelnen Herstellern.

KI braucht zuerst eine belastbare Datengrundlage

Besonders sichtbar wird dieser Nutzen beim Einsatz künstlicher Intelligenz. Ein ganz praktisches Beispiel ist etwa ein Projekt zur KI-gestützten Arztbriefschreibung. Der eigentliche Erfolgsfaktor ist dabei nicht ausschließlich die KI selbst. Entscheidend ist, dass Diagnosen, Laborwerte, OP-Berichte und weitere Informationen zuvor im CDR zusammengeführt und vereinheitlicht werden. Erst dadurch entsteht eine Datenbasis, auf die Anwendungen zuverlässig zugreifen können.

Dasselbe Prinzip gilt für Forschungsanwendungen, klinische Entscheidungsunterstützung oder prädiktive Modelle. Ohne strukturierte und semantisch beschriebene Daten bleibt ihr Potenzial begrenzt.

Von Datenhaltung zu Datennutzung

Für die DMI GROUP steht deshalb nicht die einzelne Anwendung im Vordergrund, sondern die Fähigkeit, Daten langfristig nutzbar zu machen. „Es geht darum, die Daten, die Nutzung der Daten, also integre Daten, in den Mittelpunkt zu stellen“, sagt Franzin. FHIR®-native CDRs werden damit zum strategischen Fundament moderner Krankenhausarchitekturen. Sie schaffen die Voraussetzungen für Interoperabilität, unterstützen regulatorische Anforderungen wie ISiK oder EHDS und ermöglichen gleichzeitig neue Anwendungsfelder in Versorgung, Forschung und Innovation.

Die Frage lautet daher nicht, welche Anwendung Krankenhäuser morgen benötigen. Die entscheidende Frage lautet, ob ihre Datenarchitektur bereit ist, diese Anwendung überhaupt zu ermöglichen.

ZAHLEN, DIE WACHRÜTTELN

30 % aller weltweit entstehenden Daten stammen aus dem Gesundheitswesen.

Gleichzeitig liegen 80 % dieser Informationen unstrukturiert vor – beispielsweise in Freitexten, PDFs oder Notizen.
 
Die Konsequenz: Wertvolle Informationen sind vorhanden, können aber von Anwendungen häufig nicht direkt genutzt werden. Stattdessen entstehen aufwendige Schnittstellen, individuelle Mappings und Abhängigkeiten von einzelnen Systemen und Herstellern.

Ein FHIR®-natives Clinical Data Repository (CDR) setzt genau hier an. Es führt Daten aus unterschiedlichen Quellen zusammen, standardisiert sie und macht sie semantisch verständlich. Aus verteilten Informationen entsteht eine gemeinsame Datenbasis – eine „Single Source of Truth“ für Versorgung, Forschung und Innovation.
Bildnachweise: DMI GmbH & Co. KG

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