Apply
01.03.2026 | Mareike Weberink

Datenmigration bei KIS-Wechsel AMEOS Gruppe

Management Summary

Die AMEOS Gruppe steht vor der Herausforderung, medizinische Informationen aus einer Vielzahl historisch gewachsener Systeme standortübergreifend konsistent, sicher und langfristig verfügbar zumachen. Unterschiedliche Applikationen, dezentrale Serverstrukturen und heterogene Datenmodelle erschweren eine einheitliche Sicht auf Patientendaten und verursachen gleichzeitig hohe Betriebs-und Wartungsaufwände. 

Mit dem Aufbau einer zentralen Interoperabilitätsplattform und der strukturierten Migration medizinischer Altdaten schafft der Klinikverbund nun die Grundlage für eine zukunftsfähige, interoperable und wirtschaftliche Datenarchitektur. Ziel ist die Verfügbarkeit sämtlicher medizinischer Informationen auf einer zentralen Plattform– unabhängig vom jeweils eingesetzten Primärsystem. 

Auf Basis der XQT Qualified Trust Plattform entsteht eine standardisierte, hochverfügbare Infrastruktur für interoperable Datennutzung und revisionssichere Langzeitbewahrung. Das Projektstärkt damit Versorgung, Wirtschaftlichkeit und Datensouveränität gleichermaßen.

Ausgangssituation

Die bestehende Systemlandschaft der AMEOS Gruppe ist durch eine Vielzahl heterogener Applikationen und dezentraler Servergeprägt. Historisch gewachsene Datensilos erschweren die standortübergreifende Nutzung medizinischer Informationen und verhindern eine ganzheitliche Sicht auf Patientendaten.

Gleichzeitig führen die bestehenden Strukturen zu:
• hohem Betriebs- und Wartungsaufwand
• steigender Komplexität der Systemlandschaft
• eingeschränkter Interoperabilität
• mehrfacher Datenhaltung und redundanten Schnittstellen• erhöhten Risiken bei Systemwechseln oder Ablösungen bestehender Anwendungen.

Die langfristige Vorhaltung medizinischer Informationen in Altsystemen ist dabei weder wirtschaftlich noch strategisch sinnvoll.

Zielsetzung

Ziel des Projekts ist der Aufbaueiner zentralen, interoperablen Datenplattform mit folgenden Eigenschaften:
• Verfügbarkeit ALLER medizinischen Daten auf einer Plattform
• schrittweise Ablösung bzw. Verschlankung bestehender Altsysteme
• Reduktion von Wartungs- und Betriebskosten
• standortübergreifende Verfügbarkeit medizinischer Informationen
• standardisierte und zukunftsfähige Datenhaltung
• höhere Unabhängigkeit vom Primär-KIS.

Darüber hinaus soll die Plattform die Grundlage für zukünftige digitale Versorgungsmodelle, Forschungsszenarien und KI-gestützte Anwendungen schaffen.

Umsetzung/Lösungsansatz

Die Gesamtlösung kombiniert eine konzernweite Interoperabilitätsplattform mit strukturierter Altdatenmigration und revisionssicherer Langzeitarchivierung.

Kernelemente der Umsetzung:
• Aufbau einer standardbasierten Interoperabilitätsplattform auf Basis von IHE, FHIR® und ISiK
• Integration eines zentralenmedizinischen Archivs mit AVP Infinity
• Migration medizinischer Daten aus mehr als 50 Systemtypen und rund 100 Bestandssystemen
• Extraktion, Strukturierung, Mapping und Harmonisierung der Daten
• revisionssichere Langzeitarchivierung im DMI Secure Data Center
• Bereitstellung einer FHIR®-Bridge für die Migrationsumgebung
• Erweiterung der Plattform um Bulk-Import-Funktionen.

Die Migration umfasst unteranderem KIS-Systeme wie ORBIS, iMedOne, Medico, Millennium und i.s.h. med. Die Nutzbarkeit der Daten wird durch Teststellungen, fachliche Validierung und abgestimmte Leitfragen gemeinsam mit dem Kunden sichergestellt.

Konkreter Nutzen

Der Mehrwert zeigt sich sowohl in Versorgung und medizinischer Nutzung als auch in Organisation und IT.

Für die Versorgung
• standortübergreifender Zugriff auf medizinische Informationen
• Verfügbarkeit historischer Behandlungsdaten auch nach Systemwechseln
• bessere Grundlage für langfristige Patientenversorgung
• Unterstützung zukünftiger Forschungs-und KI-Anwendungen
• höhere Verfügbarkeit relevanter Informationen im Behandlungsprozess.

Für Organisation & IT
• Reduktion von Systemkomplexität und Schnittstellen
• Wegfall von Wartungskosten für Altsysteme
• geringerer Speicherbedarf durchzentrale Datenhaltung
• höhere Flexibilität bei Systemwechseln
• reduzierte Risiken bei Neueinführung oder Ablösung von Anwendungen
• Entlastung interner Ressourcendurch extern betriebenes Secure Data Center.

Was passiert ohne Lösung?

Ohne eine zentrale Interoperabilitätsplattform würden heterogene Systemlandschaften und Datensilos weiter bestehen. Wartungs und Betriebskosten historischer Anwendungen würden dauerhaftsteigen, während gleichzeitig die Risiken bei Systemwechseln oder Abschaltungen zunehmen.

Die Verfügbarkeit medizinischer Informationen wäre langfristig nur eingeschränkt sichergestellt. Zudem würden zukünftige Anforderungen an Interoperabilität, Datensouveränität und KI-Fähigkeit deutlich erschwert.

Fazit

Mit der zentralen Interoperabilitätsplattform und der strukturierten Altdatenmigration schafft die AMEOS Gruppe eine belastbare und zukunftssichere Datenbasis für die digitale Gesundheitsversorgung.

Die Kombination aus interoperabler Plattform, standardisierter Datenmigration und revisionssicherer Langzeitbewahrung stärkt Versorgung, Wirtschaftlichkeit und Zukunftsfähigkeit gleichermaßen.

Das Projekt ist damit nicht nur ein Migrationsvorhaben, sondern ein strategischer Baustein für Datensouveränität und digitale Transformation im Krankenhaus.

SCHON GESEHEN?

Wie FHIR® und KI Versorgungsintelligenz möglich machen

Datensilos aufbrechen

XQT auf der DMEA 2026

Datensouveränität gemeinsam gestalten

Beate fragen
Editorial

XQT – Die Grundlage für souveräne Entscheidungen im Krankenhaus

Beate fragen
Blickpunkt Trust

Die sichere, vertrauenswürdige Datenbasis von XQT

Wissen, das zählt

Unser Webinarprogramm 2026

XQT Live erleben

Veranstaltungen 2026

Die enormen Nutzenpotenziale der Digitalisierung heben

Daten spielen eine zentrale Rolle

Per FHIR®-CDR auf dem Weg zu KI-Anwendungen

Agaplesion Diakonieklinikum Rotenburg

Nachhaltiger Krankenhauspartner

VKD-Gold-Status erneuert

Strukturierte Daten

Medizinische Hochschule Hannover

Von Arztbrief bis KI-Analyse

NLP und LLMS im Krankenhaus

Datensouveränität als gemeinsame Mission

XQT im Krankenhausmarkt 

Vertrauenswürdige, interoperabel verfügbare Daten

Voraussetzung für die digitale Gesundheitsversorgung

XQT Innovation Membership

Souveräne Daten in innovativen Anwendungen

Datensouveränität als strategische Notwendigkeit

Ein Impuls von Christian Bauer 

„Outsourcing wird in Zukunft eine größere Rolle spielen“

Interview mit Annett Müller